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News 04.08
Bericht zur Vitiligo-Therapie mit Immunmodulatoren und UV-B 311 nm (Lichttherapie)

Eine bekannte Tatsache ist die Assoziation von anderen Autoimmunerkrankungen mit der Vitiligo, wie zum Beispiel Hashimoto Thyreoiditis, Myasthenia gravis Morbus Addison, perniziöse Anämie etc.

Eine erbliche Disposition wurde ebenfalls beobachtet. Ca. 2-4 % der Weltbevölkerung leiden an Vitiligo. Patienten die Vitiligo an sichtbaren Körperregionen, wie Gesicht, Hände, oder im Bereich der Inguino-Genitalien haben, leiden unter schwersten psychischen Belastungen und sozialer Diskriminierung (Hautarzt 7/97).

Histologisch finden sich Zeichen einer Schädigung von Nervenfasern (AL Abandi: Inz.J. Dermatol.1995). Die Synthese von Katecholaminen durch Keratinozyten und Melanozyten ist gestört.

Namhafte medizinische Schulen (wie z.B. die Universitätshautklinik Tübingen) stuften die Vitiligo deshalb als Autoimmunerkrankung ein.

Ziel der bisher durch mich und mein Team durchgeführten Therapien waren deshalb die Immunmodulation und nicht die Immunsuppression (Unterdrückung der Entzündungsinformation).
Anfang 2007 setzten wir deshalb erstmalig als immunmodulator Fumarsäure ein.
Beim Einsatz der Fumarsäure erreicht man eine Umwandlung von pro-Entzündungsinformation  zu einer Non-Entzündungsinformation, deshalb erschien uns die Fumarsäure geeignet, auch bei dem Krankheitsbild Vitiligo eine Immunmodulation durchzuführen.

Ab Januar 2007 wurden die ersten Patienten mit Fumarsäure_ester Tabletten (Fumaderm® Initial) mediziert, und stellten bereits nach 4-6 wöchiger Einnahme eine deutliche Repigmentierung fest. Die Patienten bestrahlten zusätzlich 3-4 mal wöchentlich (1x/ Bestrahlungstag) mit Schmalband (UV-B 311nm).
Die Akzeptanz unserer Patienten war jedoch nach ca. 4 Monaten wegen der auftretenden Nebenwirkungen deutlich gefallen. Die Patienten klagten über Übelkeit und Schwindelgefühle sowie Hitzewallungen.

Ab Juli 07 stellten wir dann auf ein Fumarsäurepräparat aus England (Fumaric®) um. Das Präparat Fumaric® ist von der amerikanischen Zulassungsbehörde (FDA) als Nahrungsmittel eingestuft. Die Verträglichkeit war problemlos, es traten keinerlei  Nebenwirkungen auf. Leider stellte sich jedoch bei diesem Präparat keine  weitere Repigmentierung ein. Es ist zu vermuten, dass die Ursache der Nebenwirkungen in der Magenssaftresistenz von Fumaderm® initial liegen kann. Magensaftresistente Tabletten lösen sich erst im Dünndarm, was zu einer längeren Ansprechzeit führt (ca. 8-12 Stunden nach Einnahme des Präparates). Magensaftaktive Medikamente werden durch die Magensäure aktiviert und liegen in ihrer Ansprechzeit bei lediglich 3-5 Stunden.

Da bisher keine alternativen Fumarsäurepräparate zur Verfügung stehen, wurde von unserem Team in Zusammenarbeit mit Pharmazeuten eine Rezeptur für ein Fumarsäurepräparat, das aus 4 unterschiedlichen Fumarsäuren besteht, entwickelt.
Es handelt sich um eine magensaftaktive Kapsel, welche  Dimethylfumarat, Ethyl-Hydrogenfumarst Calcium, Ethyl-Hydrogenfumarat Magnesium, Ethyl-Hydrogenfumarat Zink enthalten.

Unsere Patienten werden nun im Laufe der nächsten Wochen auf dieses neue Präparat eingestellt.

Da Fumarsäure ein verschreibungspflichtiges Medikament ist, wird jeweils pro Patient ein entsprechendes Rezept ausgestellt. Im Spätherbst des Jahres 2008 (Oktober/November) werden wir über die Ergebnisse in dieser Therapie ausführlich berichten.

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne und jederzeit zur Verfügung.
Dr. med. Dieter Schüle und sein Team.

 

Was sind Fumarsäureester ?

Fumarsäure C4H4O4 ist ein Bestandteil des menschlichen Zitronensäurezyklus und kommt in verschiedenen Pflanzen, Pilzen und Flechten vor. Ihren Namen erhielt sie vom gewöhnlichen Erdrauch (Fumaria officinalis), der größere Mengen der Säure enthält. Synthetisch wird Fumarsäure durch Isomerisierung aus Maleinsäure hergestellt; dies geschieht durch Erhitzen auf über 150 °C, durch UV-Bestrahlung oder katalytisch in wässriger Lösung.Fumarsäureester sind chemisch gesehen kleine, einfach aufgebaute Moleküle.
Durch intensive  Therapiebeobachtungen  wissen wir heute, dass Vitiligo so wie auch die  Psoriasis und Neurodermitis  Autoimmunerkrankungen sind und dass spezielle Fumarsäureester, wie Dimethylfumarat und Ethylhydrogenfumarat, ein großes immunologisches Wirkpotenzial aufweisen.

Die Therapie mit Fumarsäureestern

Die Therapie mit Fumarsäureestern ist als Therapieoption in Deutschland seit Jahren etabliert. Der Begriff Fumarsäureester (oder auch Fumarate) ist in der Geschichte der Psoriasisbehandlung zu einem geflügelten Wort geworden, welches gleichwohl von Wissenschaftlern, als auch von Ärzten und Patienten verwendet  und mit Begriffen wie „bewährt“ und „sicher“ in Verbindung gebracht wird.

Wie wirken Fumarsäureester ?

Die von uns in der Vitiligo so wie auch in der Psoriasistherapie eingesetzten Fumarsäureester Dimethylfumarat (DMF) und Ethylhydrogenfumarat (EHF) wirken immunmodulierend, d.h. sie bringen das Immunsystem wieder in die richtige Balance: Die Entzündungszellen (Lymphozyten) werden in ihrer überschießenden Aktivität gehemmt und die Ausschüttung entzündungshemmender Botenstoffe (Zytokine) wird erhöht. So wird die Entzündung gebremst.

Die von uns entwickelten Fumarsäurekapseln sind magensäureaktiv. Die Wirkstoffe werden im Magen freigesetzt und gelangen in den Blutkreislauf, wo sie ihre Wirkung entfalten. DMF und EHF werden über einige Zwischenschritte im Körper abgebaut: 60% werden als Kohlendioxid über die Atemluft, 40% als Wasser über den Urin ausgeschieden.

Fumarsäure – eine einfache Therapie ?

Fumarsäure (Hausmarke) sind als Kapseln auf Rezept der Dermatologischen Ambulanz Dr. med. Dieter Schüle erhältlich. Die Behandlung von Vitiligo beginnt mit der Einnahme einer Kapsel am Tag. Bei der Therapie von Psoriasis oder Neurodermitis wird in der Regel mit einer geringen Dosis begonnen, die langsam gesteigert wird. Durch eine individuelle Anpassung an die optimale Dosierung wird eine maximale Wirkung bei minimalen Nebenwirkungen erzielt. Die Dosierung des Präparates muss mit dem Arzt abgesprochen werden. Regelmäßige Blutuntersuchungen sind ebenso erforderlich.

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne und jederzeit zur Verfügung.

Dr. med. Dieter Schüle und sein Team.

 

 

 

 

 

 
 

 


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